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Mein Leben als Podcast

Als Finale der zweiten Staffel des wunderbaren Podcasts SPIELPLATZ der beiden Schauspieler Cedrick Sprick und Christoph Laubisch quatsche ich fast eineinhalb Stunden sehr privat über meinen Werdegang als Schauspieler, von der Schauspielschule (1989-1993) bis jetzt, mit allen Umwegen, Glücksfällen, Fehlentscheidungen, Glücksfällen, Rückschlägen und Erfolgen. Die beiden haben  mich zuhause besucht, ihr Equipment aufgestellt, und dann gab’s kein Halten mehr. Viel gelacht haben wir natürlich auch. Wenn man sich für unseren Beruf mit all seinen Randbereichen interessiert, gibt es fast kein besseres Programm als diesen Podcast, denn Glamour und Applaus ist eben nur ein winziger Bruchteil eines komplexen Lebensentwurfs, bei dem auch Einige auf der Strecke bleiben und ihre Träume nicht erfüllen.

Wenn man eine Folge gehört hat, ist man fast schon süchtig, es lohnt sich, den kompletten Podcast durchzuhören.

Auf Spotify HIER und auf podcast.de HIER

Premieren auf der Berlinale 2020

Auf der diesjährigen Berlinale feiern zwei Fernsehformate Premiere, in denen ich letztes Jahr mitspielen durfte. Zugegebenermaßen eher kleine Rollen… aber die wollen ja auch gut gespielt sein, gelt? Im Berlinale Series Market Screening wird die ZDF-Neo-Serie DUNKELSTADT vorgestellt. Eine sogenannte Neo-Noir, in der Alina Levshin als Privatermittlerin sich nicht nur ihren Dämonen stellen muss, sondern auch in die Abgründe einer kaputten Gesellschaft schaut. Dystopisch und lakonisch mit stylishen Bildern, was will man mehr? Ihr Vater, ein Polizist, wurde im Einsatz getötet, eventuell steckt mehr dahinter, den Vater spiele ich, sozusagen als Phantom. Ab dem 26.02.2020 um 21:45 auf ZDFneo und ab dem 28.02.2020 gegen Mitternacht im ZDF jeweils im Wochenrhythmus. Ab dem 26.02.2020, 10:00 werden auch alle Folgen in der ZDFmediathek online sein.

Im European Filmmarket läuft der Event-Dreiteiler UNSERE WUNDERBAREN JAHRE, der im März im Ersten zu sehen sein wird.

Beide Serien wurden im Ausland gedreht, DUNKELSTADT in Antwerpen und JAHRE in Žatec (Saaz) in Tschechien. Beides berühmte Bierstädte mit guter Küche, das war alles sehr erfreulich.

Premiere beim Max Ophüls Preis 2020

Die Geschichte von UNTER TANNEN ist nun fast vier Jahre alt. Thomas Scherer (WP Films) drehte 2016 eine Pilotfolge als Abschlussarbeit. Dann bekam er 2017 den Zuschlag vom SR, eine Miniserie zu produzieren. Allerdings erst einmal nur drei Folgen (die erste Folge musste neu produziert werden). Diese wurden zwischen den Jahren ausgestrahlt, zur Irritation der Zuschauer eine Geschichte ohne Ende. 2018 wurden 1 1/2 (eineinhalb) weitere Folgen gedreht, die die Geschichte zu einem vorläufigen Ende brachten. Diese 4 1/2 (viereinhalb) Folgen wurden zu vier ca. 23minütigen Folgen umgeschnitten, welche im Februar 2019 im SR liefen. So.

Auf dem 41. Filmfestival Max Ophüls Preis 2020 feiert jetzt die Spielfilmfassung ihre Premiere.

In der Saarbrücker Zeitung ist zu lesen: ‚Thomas Scherer, der Autor und Regisseur der Serie, hat nun aus knapp 130 Serienminuten einen 90-Minüter kondensiert (finanziell unterstützt von den Saarland Medien). Eine knifflige Aufgabe, „vor der ich mich ziemlich lange gedrückt habe“, wie Scherer sagt. Denn wie kürzt man, ohne Spannungsbögen abzuflachen, wie baut man den Film neu auf? „Wir haben viel herumprobiert, Sachen rausgenommen, wieder reingenommen, anders montiert“, erklärt der 29-Jährige – und von manchen Szenen, die ihm am Herzen lagen, musste er sich trennen. „Andererseits: Einige Szenen, mit denen ich in der Serie nie ganz glücklich war, konnte ich jetzt rausschneiden.“ Auch einige bisher nicht verwendete Einstellungen sind nun im Film, zudem hat Michael Firmont einige neue Musik geschrieben.“ Wer die Serie also gut kennt, „wird im Kino trotzdem ein neues Sehgefühl bekommen“, verspricht Scherer.‘

Tja, und vielleicht geht’s bald weiter… mit einem Weihnachtsspecial.

DIE ERDMÄNNCHEN ermitteln

Pünktlich zum Fest kommt das JAN & HENRY-Special EIN FALL FÜR DIE ERDMÄNNCHEN – WEIHNACHTSMANN GESUCHT. Es wird am 24. Dezember um 10:40 im KiKa ausgestrahlt. Die beiden plüschigen Mangusten müssen dringend herausfinden, warum der Weihnachtsmann seinen Rücktritt bekannt gibt und warum gleichzeitig sämtliche Wunschzettel verschwunden sind. Neben mir sind außerdem mit dabei Heinz Hoenig, Michael Kessler und die Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis. Die Dreharbeiten mit Jan/Martin Reinl und Henry/Carsten Haffke sind wirklich immer unglaublich lustig, weil die beiden Puppenspieler nicht nur die Regie machen, sondern in Pausen einfach in der Rolle bleiben und die völlig anarchischen Seiten von Jan und Henry ausleben. FSK 18.

Beide haben mir erzählt, dass es etablierte Schauspieler mit großen Namen gibt, die es nicht schaffen, mit den Puppen zu interagieren, sondern mit den Puppenspielern sprechen. Erstaunlich… Tatort ist wohl doch einfacher.

Jetzt schon in der Mediathek:
WEIHNACHTSMANN GESUCHT

DIE FÜCHSIN im Ersten

DIE FÜCHSIN ist Anne Marie Fuchs, gespielt von Lina Wendel, früher Stasi-Spionin, jetzt mit ihrem Partner Youssef El Kilali (Karim Chérif) als Privatdetektivin tätig. Und das eher aus Zufall, denn aus Kalkül. In der Filmreihe wird häppchenweise auch ihre tragische Familiengeschichte erzählt. Die Füchsin ist eine unkonventionelle, sperrige Frauenrolle im deutschen TV, toll anzuschauen. In dem Film IM GOLDENEN KÄFIG geht’s aber erstmal um die Verwandschaft Youssefs. Dort heiratet nämlich der Sohn des von mir gespielten Ökofabrikanten Henning Frahm hinein. Das geht allerdings sehr unangenehm schief und am Ende ist kein Stein auf dem anderen. Und, eh klar: wer ökologisches Bio-Food produziert, kann trotzdem ein asozialer Ausbeuter sein.
Regie führt Sabine Derflinger

Im ERSTEN am 10. Oktober, 20:15

TYLL-Premiere am Staatstheater Wiesbaden

Wir haben die Eröffnungs-Premiere des Staatstheaters Wiesbaden mit TYLL am 31. August mit großem Erfolg hinter uns gebracht, und spielen das Ganze jetzt noch sechs Mal im September. Danach geht TYLL yn den normalen Repertoirebetryb ein und wyrd unregelmäßyg noch bys July gespielt.

Bis zum Schuss haben wir gefeilt und gekämpft, und dass dabei doch keine völlige Erschöpfung eingetreten ist, liegt am tollen Stoff, an der aufregenden Inszenierung (von meinem guten, alten, lieben Freund Tilo Nest)  und dem extrem motivierten Ensemble. Ich muss sie hier einfach alle nennen: Rainer Kühn, Paul Simon (nein, nicht der…), Lina Habicht, Maria Wördemann, Linus Schütz, Matze Vogel und Michael Birnbaum. Und unser toller Dramaturg Wolfgang Behrens.  Solche tollen Kollegen lassen einen den geschundenen Körper vergessen und sind mit ihrem Talent und der guten Laune eine stetige Inspiration, und ich bin sehr dankbar, dass sie alle so auf meinen Humor einsteigen.

Riesenerfolg am Premierenabend. Und, wie sich das gehört, eine sehr erboste Mail einer alten Abonnentin. Mein Lieblingszitat: ‚Kommen Sie mir bitte nicht mit dem Satz „ Das ist Kunst“.‘ Doch, kommen wir…

Dafür schryb die FAZ: „In Wiesbaden hat Regisseur Tilo Nest, der mit Hanno Friedrich die Textfassung erstellte, die Romanvorlage konsequent als Materialsteinbruch nutzt und ein visuell begeisterndes Bühnenerlebnis geschaffen.“

Und der Wiesbadener Kurier: „Hanno Friedrich und Tilo Nest haben eine Textfassung erarbeitet, die mit glänzenden Dialogen aus der Romanvorlage Leben zieht. Dazu die stimmigen Choräle aus der Zeit, eine performative Choreographie und kluge Lichtführung – das Ganze ist ein Gesamtkunstwerk. Kein Wunder, dass das Premierenpublikum aus dem Häuschen ist.“

Toll, mit dem Y…

Hier ist der Trailer

TYLL am Staatstheater Wiesbaden

Fotos: Karl & Monika Forster

DUNKELSTADT in Antwerpen

Nach dem Dreh für den ‚Dreigroschenfilm‘ vor zwei Jahren war ich wieder im schönen Antwerpen. Diesmal für den ZDF-Neo-Sechsteiler DUNKELSTADT, ein Neo-Noir-Thriller in einer unbestimmten dystopischen Stadt mit Alina Levshin in der Hauptrolle. Ihr „Talent für ‚Social Engineering‘ (die zwischenmenschliche Beeinflussung, um Personen Informationen zu entlocken oder in ihnen bestimmte Verhaltensweisen auszulösen) macht sie zu einer modernen Privatdetektivin mit Hacker-Qualitäten“, also eine unkonventionelle starke Fauenfigur. Ich bin ihr Vater und ich bin … tot. Aha? Ich tauche aber trotzdem auf.

An meinem letzten Drehtag traf ich Idil Üner, die ein paar Jahre unter mir an der Hochschule der Künste Berlin studiert hat, ein großartiges Wiedersehen, da wurde jede freie Minute zerquasselt. Sie spielt eine der Episodenhauptrollen. Regie führt Asli Özge.

Homebase für den Außendreh war eines der Brialmont-Forts, das Fort 8 in Hoboken. Eine sensationelle Festungsanlage außerhalb Antwerpens, von denen es ehemals 15 gab, jetzt sind noch 7 übrig, die unterschiedlich zivil genutzt werden. Aufsehenerregend!

Schulpate für SCHULE OHNE RASSISMUS

Am Mittwoch, 3. Juli, wurde der Adelheidis-Grundschule in Bonn Vilich die Urkunde und Plakette als SCHULE OHNE RASSISMUS – SCHULE MIT COURAGE verliehen. Jede Schule braucht einen Paten und das Schülerparlament hat sich mich auserkoren. Wahrscheinlich kennen die Schüler mich als Käpt’n Book. Das ist wirklich eine große Ehre und macht mich stolz.

Hier der Artikel aus dem Generalanzeiger von Stefan Knopp:

Vilich. Schüler der Adelheidisschule in Vilich haben entschieden, dass sie „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ werden wollen. Insgesamt gibt es 17 solcher Schulen in Bonn.

Hanno Friedrich war schwer beeindruckt: Die Kinder der Adelheidisschule haben beschlossen, dass diese eine „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ sein soll, und dafür ihre Unterschrift gegeben. Eine Entscheidung des Kinderparlaments, erklärte Schulleiterin Ute Sterr. Dieses hatte auch Vorschläge für den Schulpaten gemacht, aus diesen wurde der Bonner Schauspieler ausgewählt. Für Friedrich, den viele Kinder als „Käpt’n Book“ kennen, war das eine Ehre.

In Bonn ist diese Schule die 17., die sich gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit sowie für Zivilcourage ausspricht, und die vierte Grundschule. Für die offizielle Verleihung war Zeynep Pirayesh, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Bonn, am Mittwoch an die Vilicher Schule gekommen. Sie brachte eine Urkunde, die sie Vertretern des Kinderparlaments überreichte, und eine Plakette für die Hauswand. Dafür wohnte sie einem netten kleinen Festakt bei.

Die Schulkinder sangen ein Lied für Toleranz, erklärten, was die Auszeichnung als Courage-Schule bedeutet und verlasen Artikel drei des Grundgesetzes, nach dem alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind und niemand wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft, Sprache und Rasse oder wegen seines Glaubens oder der politischen Gesinnung bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Die Klasse 4 c hatte außerdem ein kleines Theaterstück einstudiert.

Es erzählt von einer Busfahrt durch Bonn im Jahr 1955, für die jeder den gleichen Fahrkartenpreis bezahlt, bis auf ein Mädchen mit dunkler Hautfarbe. Dieses weigert sich aufzustehen, als ein Deutscher seinen Platz beansprucht, und wird in Haft genommen. Die Kinder erzählten damit die Geschichte von Rosa Parks, die in jenem Jahr in Montgomery in den USA auf diese Weise eine Protestwelle auslöste, die letztlich das Ende der Rassentrennung zur Folge hatte.

Besonders davon war Hanno Friedrich angetan. Er erinnerte daran, „dass niemand mit Vorurteilen oder Meinungen auf die Welt kommt“. Dergleichen eigne man sich nur durch seine Umwelt an. Er dankte den Schülern, dass sie ihn als Paten ausgewählt hatten, und forderte sie auf: „Kämpft weiter!“

Die Kinder sind laut Sterr mit ihrer Unterschrift eine Verpflichtung eingegangen, Zivilcourage zu leben, sich gegen Ausgrenzung einzusetzen und entsprechende Aktionen durchzuführen. Im Vorfeld der Urkundenübergabe wurden die Schulklassen mit Hilfe von Kinderbüchern und Aktivitäten an das Thema herangeführt. Es sei gar nicht so leicht, Grundschülern Begriffe wie Rassismus und Diskriminierung zu erklären, so Schulleiterin Sterr.

„Man muss Bewusstsein schaffen“, sagte sie. Zum Beispiel mit einem Musical, das 2020 einstudiert werden soll – aber auch erst noch geschrieben werden muss. Friedrich war jedenfalls überzeugt, dass die Grundschule der beste Ausgangspunkt für Zivilcourage und den Kampf gegen Vorurteile sei – wie ein Stein, den man ins Wasser wirft. „Ich hoffe, dass die Wellen hoch sind.“

TYLL von Daniel Kehlmann am Staatstheater Wiesbaden

Die Vorproben für die Eröffnung der Spielzeit 19/20 im Großen Haus des Staatstheaters Wiesbaden gehen in die Sommerpause. Im August geht’s weiter, Premiere ist am 31. August. Geprobt wird TYLL nach dem Erfolgsroman von Daniel Kehlmann. Ich spiele die Nemesis von Tyll Ulenspiegel, Athanasius Kircher, und andere kleinere Rollen. Kehlmann hat den Ulenspiegel-Mythos zweihundert Jahre in die Zukunft, in die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs verpflanzt, daraus entstand nicht nur ein neuer Schelmenroman, sondern ein teils grausames Panoptikum um menschliche Eitelkeiten und die Unfähigkeit, in Frieden miteinander zu leben.

Die Theaterfassung habe ich zusammen mit dem Regisseur, meinem ‚alten Freund‘ Tilo Nest vom Berliner Ensemble, geschrieben. Das ist nach IN 80 TAGEN UM DIE WELT für das Staatstheater Hannover unsere zweite Romanadaption für die Bühne. Es wird wild und dreckig und physisch, die Proben sind aufregend und ohne Verletzungen geht’s auch nicht. Sprechtheater ist anders…

TYLL am Staatstheater Wiesbaden

HOTEL HEIDELBERG im Ersten

Bankenchef Dr. Julius Kornfeld in der ersten Folge von HOTEL HEIDELBERG, in der ich Bankberater Wiechmann war, wurde gespielt von Martin Brambach.  In der neuen Folge „… wer sich ewig bindet“ versucht Dr. Kornfeld wieder mit zwielichtigen Methoden, sich das Hotel unter den Nagel zu reißen. Aber: jetzt spiele ich Dr. Kornfeld, ist ja schließlich schon drei Jahre her, da wird’s auch mal Zeit für eine Beförderung. Wieder herrliche Dreharbeiten mit Annette Frier und Stephen Grossmann. Regie: Edzard Onneken

Hotel Heidelberg – … wer sich ewig bindet
am Freitag, Fr. 24.05.19 | 20:15 Uhr in Das Erste